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Die Gartenkünstler

Die Bad Homburger Kuranlagen sind geprägt vom Gestaltungstalent des Peter Josef Lenné und fünf weiterer großartiger Gartenkünstler.
© Stadtarchiv Düsseldorf, 180-750-084

Maximilian Friedrich Weyhe (1775-1846)

Als Sohn eines Hofgärtners stammte Maximilian Friedrich Weyhe aus Poppelsdorf bei Bonn. Lehrjahre verbrachte er bei seinem Onkel in Brühl, der ihn auf den Gebieten des Gartenbaus und der Gartenkunst schulte. Weyhes besonderes Interesse galt der Botanik. Im Jahr 1804 wurde er Hofgärtner in Düsseldorf im Dienst des Kurfürsten. Auch unter französischer Besatzung und nachdem Düsseldorf 1815 preußische Provinzstadt geworden war, blieb Weyhe im Amt. Neben zahlreichen Aufgaben in Düsseldorf übernahm er auf Anordnung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm III. 1821 auch die Leitung über die Grünanlagen der Stadt Kleve. Darüber hinaus schätzten private Auftraggeber und regionale Regierungsstellen seine Entwurfsarbeit. Im Jahr 1834 wurde Maximilian Friedrich Weyhe zum Königlichen Gartendirektor ernannt. Als er 1842 den Entwurf für den Kurhausgarten in Homburg fertigte, konnte er aus der Erfahrung eines reichen Berufslebens schöpfen.

Peter Joseph Lenné (1789–1866)

Der Sohn einer Bonner Hofgärtnerfamilie genoss eine umfangreiche und vielfältige landschaftsgärtnerische und botanische Ausbildung im In- und Ausland. Mit seiner Anstellung als Gartengeselle in Sanssouci begann 1816 seine steile Karriere in preußischen Diensten. Bereits 1823 war Lenné, dem die Förderung des Berufsnachwuchses ein Anliegen war, Mitbegründer der ersten deutschen Gärtner-Lehranstalt am Wildpark bei Potsdam. Nach seinen Entwürfen entstanden die Gärten von Sanssouci, die Potsdamer Parklandschaft mit der Pfaueninsel und dem Landschaftspark Klein-Glienicke oder die Umgestaltung des Berliner Tiergartens. Neben herrschaftlichen Anlagen über Potsdam und Berlin hinaus plante Lenné eine Vielzahl kommunaler Grünflächen wie Volksgärten, Anlagen an Schulen, Krankenhäusern und für Kurorte. So entstand 1854 auch sein Entwurf für die Erweiterung der Homburger Kuranlagen. Lennés gartenkünstlerische Vorstellungen, die unter Mitwirken seines engsten Mitarbeiters Gustav Meyer in Entwürfe mündeten und umgesetzt wurden, beeinflussten die deutschsprachige Gartenkunst bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.

Gustav Meyer (1816-1877)

Der Sohn eines Kunstgärtners aus Frauendorf an der Oder besuchte nach seiner Lehrzeit die höhere Abteilung der Gärtner-Lehranstalt in Potsdam. Peter Joseph Lenné holte das Nachwuchstalent in die Gartendirektion nach Potsdam, wo Meyer nach wenigen Jahren Leiter des Entwurfsbüros wurde. Als Lennés rechte Hand zeichnete er Entwürfe, vermaß Anlagen, schrieb Erläuterungsberichte zu Planungen und leitete und organisierte Ausführungsarbeiten. Auch in Homburg war er 1854 zur Absteckung der Lennéschen Kuranlagen vor Ort. Gleichzeitig unterrichtete Meyer ab 1853 das Fach Landschaftsgärtnerei an der Lehranstalt in Potsdam und verankerte damit die Theorie der Gartenkunst im Lehrplan. Sein 1860 erschienenes Lehrbuch der schönen Gartenkunst setzte Maßstäbe und begründete einen bis Anfang des 20. Jahrhunderts einflussreichen Gestaltungsstil - die so genannte Lenné-Meyersche Schule. Nach dem Tod Lennés übernahm Meyer, der gern Lennés Nachfolge angetreten hätte, verstärkt kommunale Planungsaufgaben. Im Jahr 1870 wurde Gustav Meyer zum ersten Stadtgartendirektor Berlins ernannt.

© Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, GK II (17) Nachlässe und Stiftungen, NL Jancke, 1549/18a-3

Ferdinand Jühlke (1815-1893)

Seine Lehrzeit absolvierte der Sohn eines Tischlers im Botanischen Garten der Universität Greifswald. Als Fachlehrer und Botanischer Gärtner war er an der Königlichen Landwirtschaftlichen Akademie in Eldena bei Greifswald tätig. Ab 1858 betrieb Jühlke eine Handelsgärtnerei in Erfurt. Als Leiter des Gartenbauvereins organisierte er die Erste Internationale Gartenbauausstellung in Erfurt (1865) und schuf sich damit breite Anerkennung. Nach dem Tod Peter Joseph Lennés übernahm Ferdinand Jühlke das Amt des Direktors der Königlichen Preußischen Gärten. Erste Entwurfsarbeiten in dieser neuen Position betrafen eine Erweiterung der Kuranlagen in Homburg. Sie kamen 1870/71 - in stark vereinfachter Form - zur Ausführung. Das große Organisationstalent Jühlke förderte die im Trend liegende Verwendung von Zierkoniferen, sowie den Obst- und Gemüseanbau. Neben Büchern und Aufsätzen über den Erwerbsgartenbau veröffentlichte er auch das damals sehr beliebte Gartenbuch für Damen.

Heinrich (1817–1900) und Philipp (1862–1935) Siesmayer

Franz Heinrich Siesmayer gründete Anfang der 1840er Jahre das Familienunternehmen Gebrüder Siesmayer mit Sitz in Frankfurt-Bockenheim. Dieses war tätig als Entwurfsbüro, als Ausführungs- und Parkpflegebetrieb sowie als Handelsgärtnerei und Baumschule. Nachdem das Unternehmen in den 1870/80er Jahren zum größten seiner Art in Süddeutschland angewachsen war, florierte es bis zum Ersten Weltkrieg. Die folgenden wirtschaftlichen und politischen Umbrüche führten 1932 schließlich zum Bankrott. In seinen Lebenserinnerungen dokumentiert Heinrich Siesmayer die Vielfalt des Firmenschaffens: Entwurfs-, Ausführungs- und Pflegearbeiten für Schloss- und Villengärten, städtische Parks und Kuranlagen, Zoologischen Gärten, Friedhöfe, Stadtplätze und Orangerien. Vater Heinrich und Sohn Philipp Siesmayer pflegten und gestalteten die Homburger Kuranlagen über knapp 50 Jahre (1881–1930). Der Rosengarten (Heinrich Siesmayer 1886) oder die Innengestaltung des Schmuckplatzes an der Kaiser-Friedrich-Promenade (Philipp Siesmayer 1890/91) waren ihr Werk. Mit den Entwürfen für den Kurhausgarten und den Jubiläumspark führte Philipp Siesmayer die Homburger Kuranlagen schließlich ins 20. Jahrhundert.

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