Sprungmarken
Dynamische Navigation anspringen
Volltextsuche
Seitenspalte anspringen
 

Tannenwaldallee

Die Tannenwaldallee und Elisabethenschneise bilden das Rückgrat, an der sich die Einzelanlagen der Landgräflichen Gartenlandschaft aufreihen.

Geschichte nach oben

Die „englische Landgräfin“ Elizabeth wollte die Gartenlandschaft überblicken können. Deshalb ließ sie 1829 am nordwestlichen Ende des von ihr bewohnten Schlossflügels einen Balkon anbringen. Stand sie hier, schweifte ihr Blick über den Schlosspark und die Tannenwaldallee sowie Elisabethenschneise entlang bis hinauf in den Taunus. Allee und Schneise bilden das Rückgrat, die „Perlenschnur“, an der sich die Einzelanlagen der Landgräflichen Gartenlandschaft Bad Homburg v.d.Höhe aufreihen.

Schon Elizas Schwiegervater, Landgraf Friedrich V. Ludwig, ließ die 2,2 Kilometer lange, schnurgerade Tannenwaldallee 1770 ausbauen, wobei der Lohrbach und der ihn begleitende Fahrweg, das Schlockerfass, überquert werden mussten. Die Besonderheit, dass dadurch „zwei Wagen übereinander gehen“ konnten, einer unter der Brücke hindurch und einer über die Brücke, galt sogar als ein Wahrzeichen Homburgs. Damals hieß die „Carolinenbrücke“ noch „Weiße Brücke“.

Zu beiden Seiten der Tannenwaldallee ragten Säulenpappeln wie Ausrufezeichen in den Himmel – Sinnbilder sowohl Arkadiens als auch der aufklärerischen Philosophie von Freiheit und Toleranz. Der Landgraf musste seine Allee allerdings bewachen lassen. Bauern, die fürchteten, die Pappeln würden ihren Feldern Wasser entziehen, hatten mehrmals Bäume gefällt. Für einen Aufseher entstand so 1775 das Alleehaus, das ab den 1830er Jahren ein beliebtes Ausflugsziel war, 1910 aber abgerissen wurde.
Landgraf Friedrich VI. Joseph, und Elizabeth ließen die Brücke im Zuge des Ausbaus der Tannenwaldallee 1820 erneuern. Und er war es, der ihr 1821 den Namen „Carolinenbrücke“ gab – aus tiefer Verehrung für seine Mutter, der er die Huldigung zwei Tage vor ihrem Ableben mitteilen konnte. Ein Jahr später wurde die Tannenwaldallee um 5,4 Kilometer durch den Großen Tannenwald bis zum Limes – „die Elisabethenschneise“, verlängert.
Ein Sichtpunkt für die Blickachse vom Schloss bis zum Ende der Tannenwaldallee war das ab 1823 im Stil des „gothic revival“ erbaute Jagdschloss, das Gotische Haus. Heute ist diese Sichtverbindung durch eine über eine Bundesstraße führende Fußgängerbrücke unterbrochen.
Auch der historischen Gestaltung mit den Säulenpappeln maß man in den Zeiten nach dem Niedergang des Landgrafenhauses keinen Wert bei. Bereits 1872 wurde unter preußischer Herrschaft der größte Teil der Bäume gefällt und durch andere Arten ersetzt.

Ist-Zustand nach oben

Inzwischen sind in einem ersten Projektabschnitt 36 Pyramidenpappeln neu gepflanzt worden, und zwar im bis dahin lange Zeit baumlosen Bereich zwischen dem Gotischen Haus und der die Tannenwaldallee kreuzenden Bundesstraße. Weitere Abschnitte, in denen wieder Säulenpappeln wachsen sollen, sind geplant.

Zwischen dem Ferdinands- und dem Philippsgarten, gegenüber der Stelle, an der einst das Alleehaus stand, führt ein Weg ins Heuchelheimer Hohlfeld. Es gehörte ursprünglich nicht zur Landgräflichen Gartenlandschaft, sondern wurde ab 1822 landwirtschaftlich, nach 1890 in Teilbereichen durch die benachbarte Baumschule Merle und ab dem 20. Jahrhundert auch von Kleingärtnern genutzt. Dem Heuchelheimer Hohlfeld kommt jedoch Bedeutung zu, weil es eine durchgehende Grünverbindung schafft.

Ziele nach oben

Bis 1960 änderte sich nichts. In jenem Jahr wurde der Lohrbach verrohrt und der Hohlweg aufgefüllt, weil der ehemalige Englische Garten bebaut werden sollte. So gingen Funktionen und Charakter der Carolinenbrücke verloren. An ihre einstige Funktion erinnern neben dem zum Teil freiliegenden Brückenbogen auf der Südseite auch die Treppenstufen und das historische Geländer. Das Mauerwerk des Brückenbogens ist jedoch im Laufe der Zeit marode geworden, sodass im Jahr 2011 dringend Handlungsbedarf bestand, die Carolinenbrücke wieder in Stand zu setzen.

Dort, wo sich einst das Alleehaus befand, steht eine Informationstafel zur Tannenwaldallee mit Elisabethenschneise und zum Heuchelheimer Hohlfeld.

Volltextsuche

Online-Rathaus

  • Dienstleistungen
  • Formulare
  • mehr...

Lebenssituationen

  • Heirat
  • Geburt
  • mehr...

Bad Homburg für...

  • Familien
  • Ältere Menschen
  • mehr...
  • Stadt Bad Homburg auf facebook
  • Stadt Bad Homburg twitter